In der Waldspielgruppe Chindertroum (mit Tagesplatz) wollen wir unser Angebot zu einer Waldkita erweitern. Bereits heute bieten wir einen Tagesplatz von 9 – 17 Uhr an. Wir sind ganztags bei Wind und Wetter im Wald mit den Kindern unterwegs. Der Tag beginnt mit einem Begrüssungslied bei „unserem“ Baum am Waldrand, der Spaziergang zum Waldsofa ist bereits Teil vieler Entdeckungen.
Vielleicht lockt uns ein Specht von weitem an? Oder Schnecken, Regenwürmer laufen uns über den Weg. Wir erleben zahlreiches an einem Waldtag: Kochen auf dem Feuer Pizza, backen Weihnachtskekse oder färben Ostereier, bemalen mit selbstgebastelten Pinseln die Bäume oder beobachten eine Krähe, die uns folgt, weil wir gerade Eichhörnchen spielen und Nüsse verlieren. Neben regelmäßigen Strukturen bleibt den Kindern genug Raum auch selber zu spielen und der eigenen Fantasie freien Lauf zu lassen.
Der Tag endet mit dem Verabschieden vom Wald, von einander und „unserem“ Baum.
1. Der Wald hat vielerlei positive Effekte auf die Entwicklung von Kindern. Das Kind hat ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Bewegung und Wahrnehmung. Beides kann im Wald auf besondere Weise erfüllt werden. Hinzu kommt, dass sich die Entwicklung der Motorik positiv auf die Entwicklung der kognitiven Fähigkeiten auswirkt.
2. Es werden alle Sinne angesprochen; es duftet nach Moos, die Natur kann erfühlt und ertastet werden. Ungewöhnliche und neue Geräusche kommen von Überall her. Kurz, der Wald ist eine Umgebung der Stimulation der Motorik und Kognition und des sozial- emotionalen Erlebens.
Das in einer Umwelt, die immer weniger dem dringenden kindlichen Bedürfnis nach Lernen und Entdecken seiner Umwelt entsprechen.
«Die sogenannte „Strassenspielkultur», also die Möglichkeit, sich mit anderen Kindern auf der Strasse zum Spielen zusammenzufinden, ist in der Regel nur noch in ländlichen Gebieten gegeben. Zunehmende Bebauung von Freiräumen und auch die Zunahme des Strassenverkehrs sorgen dafür, dass Kinder nicht mehr ungehindert und ohne Erwachsenenbegleitung selbst gewählte Plätze zum Spielen aufsuchen können. An die Stelle primärer Spiel- und Sinneserfahrungen sind die Erfahrungen aus zweiter Hand durch den zunehmenden Medienkonsum getreten. Übermässige Beschäftigung mit Medien, seien es Videospiele, Computer oder Fernsehen, ist auch immer gleichbedeutend mit einer einseitigen Beanspruchung der Sinne. Abgesehen von der möglichen Überforderung durch Reizüberflutung geht den Kindern durch das passive Konsumverhalten aktive Bewegungszeit verloren.“(Mit Kindern im Wald, 2008)
Die Nachfrage nach neuen Angeboten ist also sehr hoch. Wir wollen ein einzigartiges Angebot schaffen, das beide Anliegen integrieren kann: Das Bedürfnis des Kindes nach Entwicklung in einer anregender Umgebung und die Anforderungen der Eltern einer Arbeit nach zu gehen und den Unterhalt zu verdienen. Ich selbst (Veronika Hans) bin seit einem Jahr jeweils Donnerstag und Freitag mit den Kindern im Wald unterwegs, Andrea Wolfensberger die den Chindertroum aufgebaut hat ist die administrative Leitung und verhandelt mit den Stadtbauten den Umbau im Chindertroum. Mit der neuen Räumlichkeit soll eine gute Voraussetzung geschaffen werden, um zu einer Waldkita mit längeren Öffnungszeiten (07:30h – 19:30hh) zu expandieren. Durch das erweitere Angebot erhoffen wir uns, einen Beitrag zu einer besseren Betreuungssituation in der Stadt Bern zu leisten.
Bern im April 2013, Veronika Hans